Ausgebacken ·Gebacken

Fasnachtschüechli!

Gestern hatte ich das Glück, einen kleinen Privatkurs zu bekommen.
 

Meine liebe Freundin Marianne und ihr älterer Sohn Fabian weihten mich ein in die Geheimnisse des Fasnachtsgebäcks.

Fasnachtsküchlein heisst das dünne, süsse Gebäck, dass hier in der Schweiz zur Fasnachtszeit sehr beliebt ist.  
In der französischen Schweiz heissen sie nebst Beignets de carnaval auch Merveilles – was frei übersetzt so viel heisst wie «Wunderwerke».

Wundersam liest sich auch die Geschichte der Fasnachtschüechli, deren Herstellung und Verzehr eng mit der Fastenzeit verknüpft ist. 
In der Schweiz wird das Gebäck erstmals im Jahr 1445 in Budgetschriften des Klosters Klingental in Basel erwähnt. Schon damals waren die Chüechli ein Hit, auch in der Deutschschweiz, im Wallis und anderswo. Der Legende nach holten junge Männer das süsse Gebäck des Nachts bei Mädchen ab, die den Teig zuvor über ihren nackten Knie in Form gebracht hatten. 
Offenbar war dieser Brauch der Kirche ein Dorn im Auge – mancherorts soll die Tradition des Chüechlischenkens teilweise verboten worden sein.

Heute bekommt man sie überall fertig abgepackt zu kaufen. Aaaaber wie immer gilt: selbst gemacht schmeckt einfach viel, VIEL besser und drum werden ab jetzt im Hause lalaSophie die Fasnachtschüechli nur noch selbst gemacht.



Dieses Rezept übrigens, ist das Familienrezept von Mariannes Mama und stammt wohl aus einem sehr, sehr alten Kochbuch. Danke! Und danke auch, dass ich euch bei der Herstellung fotografieren durfte 🙂


Tipp: macht das zu zweit:

Einer rollt aus, einer zieht
Einer legt in die Friteuse, einer fritiert.
Geht viiiel einfacher als alleine.
 
Rezept Fasnachtschüechli
Ergibt ca. 14-16 Stück

 

300 Gramm Mehl
1/2 Teelöffel Salz
2 (eher grosse) Eier
5 Esslöffel Rahm
20 Gramm Zucker
20 Gramm Butter, flüssig

Eine Fritteuse mit ca. 1.5 Liter Frittierfett.

Das Mehl mit Zucker und Salz in einer spearaten Schüssel gut vermischen.
Eier, flüssige Butter und Rahm zusammen verrühren.
Die Mehlmischung zur Buttermischung geben und von innen nach aussen zuerst mit einem Holzlöffel (oder Finger) vermischen und dann nur so lange kneten, bis ein fester Teig entsteht.

 
(Wenn der Teig zu klebrig ist, fügst Du einfach etwas mehr Mehl zu – ist der Teig zu trocken, dann vorsichtig und Esslöffelweise Rahm beifügen, bis der Teig schön geschmeidig ist.)
 

Unter einer heiss ausgespülten Schüssel 30 Minuten ruhen lassen.

 

Je ein Drittel vom Teig abnehmen und zu einer (ca. 6 cm) dicken Rolle formen.

 

Von dieser Rolle nun je nach gewünschter grösse der Chüechli 2-3 cm grosse Stücke abschneiden.


Je ein Teigstück nun möglichst dünn (aber nicht zu dünn) auf wenig Mehl ausrollen.
 
Jetzt kommt das „Ausziehen“ und das geht so:
Setz Dich auf einen Stuhl, das rechte Bein leicht erhöht (Zum Beispiel auf einem Schemel abgesetzt.) Das Knie leicht anwinkeln. Nun bedeckst du Deine Hose mit einem Küchentuch.
Nun ziehst Du den Fladen von allen Seiten über das Knie.
So vorsichtig wie möglich. (Löcher gibt’s immer – aber zu viele davon sind dann nicht sooo gut.)
So „ziehst“ Du den Teigfladen so dünn (und so rund) wie möglich.
Fabian zeigt wie’s geht:


Die fertigen Teigblätze legst du auf ein sauberes Küchentuch. Wenn das Tuch vollständig mit Teigfladen bedeckt ist, nimmst Du ein Frisches Tuch und legst es darüber – so kannst du Schicht für Schicht alle Küchlein vorbereiten und am Schluss das ganze Tuch-Paket prima zur Friteuse transportieren.
 
Heize nun die Friteuse auf 180 Grad auf.

Nimm einen Fladen und lege ihn, möglichst ohne Falten ins heisse Fett.
 
Mit 2 (hitzebeständigen!) Kochlöffeln machst du nun folgendes:

Mit dem linken Löffel das Küchlein in der Mitte „festhalten“ und leicht nach Rechtss drehen – mit dem rechten Löffel leicht dagegen halten – das Küchlein kurz so festhalten.

Wenn die Ränder leicht hellbraun werden, das Küchlein wenden und noch kurz fertig ausbacken.
Mit den Löffeln packen, abschütteln und auf einen Teller legen.

Nachdem die Küchlein leicht abgekühlt haben, kannst Du sie mit Puderzucker bestreuen.

Ehm – die da hinten, die zerknüllten mit extra vielen Löchern – äh – die hab ich gemacht 🙂
 
Und dann kannst Du die Küchleins geniessen – es empfiehlt sich, gleich die doppelte Menge des Rezeptes zu machen – die Fasnachtschüechli liegen erfahrungsgemäss nicht sehr lange herum 😉
 
Aufbewahren kannst du die fertigen Fasnachtschüechli in Blechdosen – oder mit einem Tuch abgedeckt in einer grossen Plastikwanne. (mit einem Tuch ausgelegt)
 
Über die Haltbarkeit weiss ich nix – ich kann Dir aber versprechen, sie werden kein Haltbarkeitsdatum überschreiten – mit Sicherheit NICHT.

Ein Gedanke zu „Fasnachtschüechli!

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